Alle Jahre wieder – Jugendversammlung der Deutschen Schachjugend in Gießen

Alle Jahre wieder – Jugendversammlung der Deutschen Schachjugend in Gießen

An diesem Wochenende stand die Jugendversammlung der DSJ in Gießen an, bei der Tabea, Arunn und Kristin die SJB vertraten. Anwesend waren bis auf Sachsen, Bremen und Hamburg alle Landesverbände. Da Sachsen-Anhalt ohne einen Jugendlichen kam, hatten sie nur 6 ihrer 12 Stimmen. So kamen wir inklusive Vorstand auf 238 Stimmen.

Die SJB wurde hier das erste Mal an diesem Wochenende positiv hervorgehoben, denn wir konnten als einziger Landesverband Stimmen dazu gewinnen. Mit nun 2052 Jugendlichen haben wir 20 Stimmen. Das sind genauso viele wie Hessen. Nur NRW (44), Bayern (40) und Württemberg (24) liegen noch vor uns.

Zunächst wurde die Versammlung eröffnet und die Hessische Schachjugend stellte sich kurz vor. Nachdem das Tagungspräsidium und der Protokollführer gewählt wurden, konnte das Protokoll der letztjährigen Sitzung mit einer kleinen Veränderung genehmigt werden. Es folgten der Bericht des Vorstandes und der Kassenprüfer, sowie die Entlastung des Vorstandes.

Danach ging es mit dem Punkt „Jahres- und Projektplanung“ weiter. Jörg Schulz stellte alle wichtigen Informationen zur DEM 2017 vor, die wie gewohnt in der ersten Pfingstferienwoche dieses Jahr wieder in Willingen stattfinden wird.

Bundesjugendsprecher Carl Haberkamp berichtete vom Camp der Welten, welches letztes Jahr im Juli in Karlsruhe erfolgreich von den Jugendlichen der SJB durchgeführt wurde. Eine Fortsetzung ist für den 27. + 28.05.2017 geplant. Weitere Camps sollen in Hamburg und München stattfinden.

Beim Thema Mädchenschach wurde das Prämiensystem vorgestellt, die Mädchenbetreuerinnenausbildung beworben und vom erfolgreichen Mädchen-Grand Prix berichtet.

Patrick Wiebe gab uns einen Einblick in den Bereich Kinderschach. Hier konnte man viele interessante Dinge vom Kinderschachpatent, über das Ausrichten von Kinderschachturniere und die Veranstaltung eines Kinderschachcamps lernen.

Nach dem Mittagessen ging es mit dem Punkt Ehrungen weiter. Carsten Karthaus verlieh den neu eingeführten Fairplaypreis an Florent Mayer für besonders faires Verhalten bei der DSSM WK GS 2016. Anschließend wurde darüber gesprochen, ob die Verleihung des Goldenen Chessosnicht in einem anderen Rahmen wie z.B. der Eröffnungsfeier der DEM stattfinden sollte. Verschiedene Angebote der DSJ wie das NÖRT und die Patentfamilie wurden vorgestellt.

Yves Reker machte Werbung für das Jugendevent in Berlin, welches Anfang Juni leider zeitgleich zur DEM stattfinden wird. Nach dem Badischen Vorbild der SJB on Tour, wird es im August 2017 DSJ und DSB on Tour geben. Interessierte Vereine können sich hierfür noch bis zum 31.03. bewerben.

Falco Nogatz berichtete über die verschiedenen Deutschen Meisterschaft. Besonders Werbung machte er für die DVM U20w, die in diesem Jahr in Düsseldorf stattfindet. Die DSJ würde es begrüßen, wenn das Teilnehmerfeld dafür wieder ein bisschen größer werden würde. Gerne dürfen auch U14w Mannschaft daran teilnehmen, die sich nicht in ihrer Altersklasse qualifizieren konnten. Zur Freude aller Süddeutschen Vereine wird die DVM in diesem Jahr im badischen Walldorf stattfinden. Der SV Walldorf hat sich um die Ausrichtung beworben und letzte Woche die Zusage von der DSJ erhalten. Die DLM wird in diesem Jahr vorerst das letzte Mal in Hannover stattfinden. 2018 und 2019 wird die Meisterschaft in Würzburg in der bis dahin umgebauten Jugendherberge sein – das minimiert dann zumindest mal unsere Fahrtkosten. Bei der DVM U10 wird es keine landesinternen Paarungen mehr in der ersten Runde geben müssen, die Bedenkzeit der U12 soll an die anderen Altersklassen angepasst werden und die Kontingente für die DVM werden zukünftig neu berechnet.

Thorsten Haber stellt das Jahr der Vereine in den Vordergrund. Ende April wird zeitgleich zur zentralen Bundesliga Endrunde eine Vereinskonferenz in Berlin stattfinden, zu der man sich jetzt bereits anmelden kann. Außerdem soll die Ausbildung zum Vereinsberater ins Leben gerufen werden. Abschließend tauschten sich die Landesverbände noch zum Thema Gesellschaftliche Verantwortung und Prävention sexualisierter Gewalt aus. Hier bittet die DSJ alle Landesverbände mehr zu tun und auch auf Länderebene dafür zu sorgen, dass das Thema bei allen präsent wird.

Zum Ausklang des Tages gab es eine mathematische Stadtführung durch Gießen, bei der nicht nur etwas zum Thema Pi und Anzahl der Spiralen eines Tannenzapfens gelernt wurde, sondern auch was das Gießener Elefantenklo eigentlich ist und was man unter aperiodischer Parkettierungen versteht.

Anschließend kehrten wir ins Brauhaus ein und ließen den Abend gemütlichen, wenn auch zum großen Teil mit Schachthemen, ausklingen.

Der Sonntag startete mit einer ganz besonderen Ehrung. Nach 6 Jahren im Vorstand macht Carsten Karthaus als Öffentlichkeitsreferent Platz für einen Nachfolger, der aber leider noch gesucht werden muss. Ebenfalls schied Melanie Lubbe als Mädchenreferentin aus, deren Amt nun von Hanna-Marie Klek übernommen wird. Als neuer Schulschachreferent konnte Johannes Rieder gewonnen werden, der im Rahmen seines FSJ durch die Schule von Walther Rädler gegangen ist und damit bestens für das Amt gerüstet sein sollte. Als Nachfolger von Bernd Rosen als Beauftragter für Leistungssport wurde Thomas Trella gewählt.

Nun folgte die Abstimmung der eingereichten Anträge. Die ersten vier Anträge des AKS, eine Verweiskorrektur, die Bekanntmachung der Spielordnung, Nachmeldung bei Mannschaftsturnieren und die Bedenkzeitanpassung bei der DVM U12 wurden alle angenommen und auch nicht hinterfragt. Nun folgten zwei Anträge der Schachjugend Berlin und der Schachjugend Sachsen-Anhalt, die sich dafür ausgesprochen hatten Brettpunkte als Zweitwertung bei der DVM durch die Buchholz- bzw. die Sonneborn-Berger-Wertung zu ersetzen. Nach einigen Diskussion und der Frage, was passieren würde, wenn beiden Anträgen zugestimmt werden würde, zog Berlin seinen Antrag zurück und der Antrag aus Sachsen-Anhalt wurde mit 166-Ja Stimmen angenommen. Dagegen waren lediglich der komplette Vorstand, Württemberg und Bayern, was insgesamt aber nur 72 Stimmen ausmachte. Als nächstes wurde darüber abgestimmt, welche Schulen in Zukunft bei der DSSM der Haupt- und Realschulen teilnehmen dürfen. Nach einigen Diskussion, was man erlauben sollte und was nicht, wurde der Antrag der Hessischen Schachjugend mit 138 Gegenstimmen, bei 80 Ja-Stimmen und 20 Enthaltungen abgelehnt. Das Thema mit dem meisten Diskussionsbedarf kam als letztes. Hessen hatte beantragt die Fairplay-Wertung auf der DEM abzuschaffen. Hier wurden auch viele Argumente dafür und dagegen gesammelt. Letztendlich wurde eine geheime Wahl beantragt. Das Ergebnis war, dass der Antrag bei 64 Ja-Stimmen, 6 Enthaltungen und 168 Gegenstimmen abgelehnt wurde und somit die Fairplay-Wertung bestehen bleibt. Dennoch will sich die DSJ mit dem Thema auseinandersetzen. Es folgte ein Austausch über den Etat 2017, der mit 238 abgesegnet wurde.

Unter dem Punkt verschiedenes wurden von Falco Nogatz zwei Punkte zum Thema Spielberechtigung angesprochen. Zum einen ging es darum, ob Jugendliche, die ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlagern, zukünftig auch auf Deutschen Meisterschaften antreten dürfen, wenn sie noch kein Jahr hier leben, sondern eine kürzere Zeit. Das Meinungsbild ergab, dass sich ein Großteil der Landesverbände dafür aussprechen würde, wenn diese Zeit verkürzt würde.

Im Anschluss daran wurde dann ebenfalls diskutiert, ob die Regelungen bezüglich Jugendlicher geändert werden sollte, die grenznah, aber nicht in Deutschland selbst leben. Hier war das Meinungsbild eher gemischt. Ca. 10 Landesverbände sprachen sich dafür aus, die Regelungen, die für die DVM bereits jetzt gelten auch für die anderen Meisterschaften anzuwenden. Der AKS wird dementsprechend darüber beraten und ggf. im nächsten Jahr einen Antrag auf Änderung der Spielordnung stellen.

Abschließen lud uns die Niedersächsische Schachjugend für das nächste Jahr nach Hannover ein (wenn schon die DLM dort nicht mehr stattfinden wird 😉

Mit einem kurzen Ausflug ins Gießener Mathematikum rundeten wir unsere Reise ab und fuhren dann wieder zurück nach Hause.

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