Schachwochenende auf dem Schloss – Knapper Sieg für Deutschland gegen die Schweiz

Schachwochenende auf dem Schloss – Knapper Sieg für Deutschland gegen die Schweiz

Am 24.02. – 26.02.2017 fand im Schloss Ortenberg bei Offenburg ein Ländervergleich zwischen Badischen und Schweizer Jugendlichen statt. Das Schweizer Team wurde von Coach Markus Regez sowie zwei betreuenden Mütter begleitet. Die zweite Vorsitzende der Badischen Schachjugend Irene Steimbach hatte zusammen mit Nikolaus Sentef die Veranstaltung organisiert und war die gute Seele des Turniers. Sentef war gleichzeitig Betreuer der badischen Auswahl sowie Turnierleiter.

 

Die Schweizer traten an mit:

 

WFM Lena Georgescu           U18w ELO 2186

Elias Giesinger                       U16    ELO 2037

Theo Stijve                             U16    ELO 2045

Lukas Meier                           U16    ELO 1898

Nathalie Pellicoro                   U16w ELO 1668

Can-Elian Barth                     U16    ELO 1769

Noah Fecker                           U14    ELO 1990

Igor Schlegel                          U12    ELO 1870

 

Für Deutschland spielten:

 

Kolja Kühn                            U18     ELO 2078

Paula Wiesner                        U18w  ELO 2034

Martin Hartmann                   U18     ELO 1989

Alexander Wiesner                U18     ELO 1989

Silvia Spiegelberg                  U21w  ELO 1874

Leon Wu                                U14     ELO 1910

Luka Wu                                U14     ELO 1795

Simon Fidlin                          U14     ELO 1773

 

Das Turnier wurde im Scheveninger System ausgetragen. Das bedeutet, dass jeder Schweizer Spieler gegen jeden Deutschen Spieler spielte. Die Bedenkzeit betrug 30 Minuten pro Partie und Spieler. In den ersten Runden lag Baden stetig in Führung. Das Zwischenergebnis nach fünf Runden war 21,5-17,5. Nach der fünften Runde stand eine Schlossführung auf dem Plan. In anderthalb Stunden besichtigten die Teilnehmer Innen- und Außenanlagen des Schlosses Ortenberg und erfuhren einiges über die bewegte Vergangenheit der jetzigen Jugendherberge.

In der Zwischenzeit traf der internationale Großmeister Sergey Galdunts ein, der sich die bis dahin gespielten Partien ansah und interessante und lehrreiche Stellungen analysierte. Nachdem sich alle mit Kakao, Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, führte Großmeister Galdunts mit Hilfe des Beamers die ausgewählten Partien vor und und besprach sie mit den Anwesenden. Galdunts ging nicht nur auf  die technische Bewertung ein, sondern sprach mit den Spielern auch über deren Gedankengängen während des Spiels. Dem Training wohnten auch die Ehrengäste der Veranstaltung bei. Dabei handelte es sich um Dr. Uwe Pfenning, Präsident des Badischen Verbandes und Vizepräsident des Deutschen Schachbundes, Herbert Bastian, Präsident des Deutschen Schachbundes sowie der Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend Jörg Schulz. Nach dem Training stand das von allen ersehnte Rittermahl auf dem Plan, doch vorher stellte Nikolaus Sentef Johanna Sentef vor, die drei Klavierstücke vorspielte. Geistig gesättigt gingen alle in den mit Holzvertäfelungen und antiken Schnitzereien gezierten Esssaal und labten sich an gefüllter Schweinebrust mit Pellkartoffeln und Gemüse.

Am nächsten Morgen begann die sechste von acht Runden um Punkt Neun. Die Schweizer  gingen die Sache ehrgeizig an und begannen den Badenern den Vorsprung wegzuknabbern. Vor der letzten Runde stand es 29 zu 27 für Baden. Die Spannung stieg, alles war möglich, es kam zum echten Finale! Die ersten Partien gingen zu Ende, die Schweizer schienen am Drücker. Es steht 31:31, Gleichstand. Es laufen nur noch zwei Partien, Martin Hartmann gegen Elias Giesinger sowie Alexander Wiesner gegen Theo Stijve. Auf den Uhren der Spieler nur noch wenige Sekunden, die Spieler umringt von Zuschauern, ein Schachkrimi vom feinsten. Wiesner siegt gegen Stijve, der einer der herausragenden Spieler dieses Treffens war. 32:31 für Baden. Hartmann „knetet“ seinen Gegner in einem ausgeglichenem Turmendspiel mit je zwei Bauern. In höchster Zeitnot kommt er in Vorteil und setzt Matt als sein Blättchen fällt. Gemäß der Regel „Matt vor Zeit“ gewinnt Hartmann die Partie und Deutschland mit 33:31 den Vergleichskampf. Die Schweizer sind etwas geknickt und bilden einen Kreis, Regez lobt und tröstet sein Team. Es war ein großartiger Kampf und wir hatten einen großartigen Gegner.

Nach dem Mittagessen folgte die Siegerehrung. Die besten Einzelspieler waren Lena Georgescu CH, 6,5 Punkte, Noah Fecker CH, 6 Punkte, Alexander Wiesner D sowie Kolja Kühn D mit je 5,5 Punkten. Zeitgleich zum Vergleichskampf hat ein Juniorenturnier stattgefunden. Sieger wurde Edward Schneider D mit 3:1 Punkten vor Christian Salwasser D, der ebenfalls 3:1 Zähler aufweisen konnte. Auf den Plätzen folgten Anna Schneider D, Olivier Tschopp CH sowie Katharina Schneider D.  Danke an den „MixMarkt“ Rastatt der für alle Teilnehmer Süßigkeiten spendiert hat.

Bei den nun folgenden Abschlussreden bedankte sich Nikolaus Sentef bei allen Teilnehmern für ihr Kommen und das sportliche Verhalten, Markus Regez bedankte sich für die Einladung und sprach seinen Wunsch aus, Treffen dieser Art zur Tradition werden zu lassen. Des weiteren hob Regez den Trainingswert solcher Vergleiche hervor. Die beiden Coaches reichten sich freundschaftlich die Hände. Jörg Schulz und Dr. Pfenning bestätigten das bereits Gesagte und sprachen ihre Unterstützung für den Ausbau der Beziehung zur Schweiz aus.

von Nikolaus Sentef

Die Einzelergebnisse sowie Bilder findet man auf der Webseite der Karlsruher Schachfreunde

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