Triumph des Teamgeists – Team Baden bei der DLM mit sensationellem 3. Platz

Triumph des Teamgeists – Team Baden bei der DLM mit sensationellem 3. Platz

Das Beitragsbild sagt eigentlich schon alles – 13 Leute, eine Einheit, ein Team.

Die diesjährige DLM fand vom 29.09-04.10.2020 in Berlin statt. Übernachtungs- und Spielort war die Jugendherberge Ostkreuz, die mit modernen Zimmern und großzügigen Räumlichkeiten einen wahrlich würdigen Rahmen bot. Die DSJ in Zusammenarbeit mit dem Ausrichter und der Jugendherberge überzeugten mit einem hervorragenden Hygienekonzept, so dass dem Sicherheitsaspekt in Coronazeiten sehr gut Rechnung getragen wurde.

Die badische Delegation umfasste dieses Jahr 13 Personen. Als Spieler vertraten David Färber, Niklas Schmider, Luka Wu, Jonas Christian Hecht, Jana Basovskiy, Hannah Schulz, Tobias Kiefhaber, Tim Uhlmann und Mara Haug die badischen Farben. Als Betreuerin und Back-Up-Spielerin war Tabea Lohrmann dabei. Andreas Bauer und Andreas Vinke fungierten als Trainer. Am Freitag stieß noch Jasmin Mangei dazu, die an der DSJ-Akademie teilnahm und zudem ebenfalls Betreuungsaufgaben übernahm.

Die Anreise mit dem Zug verlief problemlos und so waren wir am Dienstag rechtzeitig zum Abendessen am Spielort und konnten unsere Zimmer beziehen. Nach der obligatorischen Betreuerbesprechung warteten wir auf die Auslosung und bekamen schließlich die an zwei gesetzten Bayern zugelost und das Turnier sollte gleich mit einem echten Paukenschlag beginnen.

Niklas ließ sich von einem spekulativen Figurenopfer seiner prominenten Gegnerin nicht beeindrucken, behielt einen kühlen Kopf, wies die Inkorrektheit des Opfers nach und fuhr einen souveränen Punkt ein. Luka sah sich in einem Abtauschslawen schon früh einem optimistischen Königsangriff seines Gegners ausgesetzt. Auch er blieb ruhig, startete Gegenaktivität und hatte schließlich verdientermaßen das bessere Ende für sich. Jonas kam sehr gut aus der Eröffnung. Nach einigen Turbulenzen profitierte er von einem taktischen Versehen seines Gegners, das ihm eine Mehrfigur und dann den vollen Zähler einbrachte. Tim ließ sich nicht von der nominellen Überlegenheit seines Gegners einschüchtern und spielte mutig nach vorne. Diese Spielanlage wurde letztlich belohnt, als er eine Unaufmerksamkeit seines Gegners zu einem Mattangriff nutzen konnte, der uns den vierten vollen Punkt einbrachte. David und Mara steuerten jeweils noch ein Remis zum überraschenden 5:3-Auftaktsieg bei.

In der zweiten Runde durften wir mit Sachsen-Anhalt die Klingen kreuzen. Mehr als zwei ganze Zähler durch Jana und Niklas war allerdings nicht drin, so dass dieser Kampf 2:6 verloren ging.

In Runde drei stand dann das Duell mit den Topgesetzten Niedersachsen an. Auch hier war nicht viel zu erben. Tim konnte seine Partie gewinnen, während David, Luka und Jonas jeweils halbe Punkte beisteuerten.

So hatten wir in den ersten drei Runden den Setzranglistenersten, -zweiten und -vierten gehabt und immerhin zwei Mannschaftspunkte ergattern können. Wesentlich schwieriger konnte es im restlichen Turnier nicht mehr werden. …und der guten Stimmung in der Mannschaft taten die zwei verlorenen Kämpfe keinen Abbruch.

Schleswig-Holstein hieß der Gegner in Runde vier, in der wir wieder in die Erfolgsspur zurückfinden sollten. Niklas hatte nach einer wechselhaft verlaufenen Partie das bessere Ende für sich. Mara profitierte von einem taktischen Versehen ihrer Gegnerin, das ihr einen Mehrturm und schließlich den ganzen Punkt einbrachte. Tobias wies nach, dass auch im Endspiel Angreifen leichter als Verteidigen ist und konnte seine Partie im Endspiel gewinnen. Tim kam schnell zu einem vernichtenden Angriff und fuhr einen souveränen Sieg ein. David und Jana spielten jeweils remis und stellten damit unseren zweiten 5:3-Erfolg sicher.

Runde fünf bescherte uns das Prstigeduell mit unseren Freunden aus Württemberg. Es sollte ein atemberaubendes Duell werden, das an Dramatik nicht mehr zu überbieten war. David fuhr ein unaufgeregtes Remis ein, während Tim wieder einmal schnell zu einem starken Angriff kam und einen verdienten Sieg verbuchen konnte. Tobias einigte sich nach beiderseits ausgelassenen Chancen mit seinem Gegner auf einen Friedensschluss. Mara behielt in einer wahren Kampfpartie am Ende die Oberhand. Jana konnte zwischendurch eine Figur erobern, jedoch erwies sich der gegnerische a-Freibauer als ausreichende Kompensation, so dass auch hier die Punkte geteilt wurden. Als Letzter spielte Luka beim Stand von 3,5:3,5. Drei Minusbauern ließen nichts Gutes erahnen. Wie üblich ließen wir unseren letzten Spieler nicht alleine spielen und Jasmin übernahm die Aufgabe, mentale Unterstützung durch Anwesenheit zu leisten. Tatsächlich konnte Luka seinen in extemer Zeitnot befindlichen Gegner noch vor konkrete Probleme stellen, die dieser nicht adäquat lösen konnte, so dass sich Blatt noch wendete und Luka die Partie noch gewann. Somit stand unter dem Strich ein überaus glücklicher 4,5:3,5-Sieg zu Buche.

Solche Erfolgserlebnisse lassen einem Flügel wachsen. Das Momentum war auf unserer Seite und dies sollte auch in den beiden letzten Runden so bleiben.

In der Vorschlussrunde ging es gegen Thüringen. Mara spielte von Anfang an auf Angriff, setzte ihre Gegnerin schwer unter Druck und fuhr einen verdienten Erfolg ein. Tobias kannte schnell auch nur ein Ziel: den gegnerischen König. Sein Angriff brachte ihm schließlich ein gutes Turmendspiel, in dem er seinen Vorteil verwertete. Bei Jonas ergab sich früh die Materialverteilung zwei Leichtfiguren gegen Turm und zwei Bauern. Nach hartem Kampf behielten Jonas Leichtfiguren die Oberhand. David hatte seine Partie eigentlich immer gut im Griff und konnte einen verdienten Sieg verbuchen. Bei Niklas endete eine kompromisslos geführte Kampfpartie mit beiderseitigen Chancen in einem Dauerschach, so dass wir erneut einen 4,5:3,5-Erfolg verbuchen konnten.

Vor der letzten Runde lagen wir auf Platz sechs, hatten aber noch Chancen bei entsprechender Schützenhilfe aufs Treppchen zu kommen.

In der Schlussrunde hieß der Gegner Rheinland-Pfalz. Tim und Jana bekamen ihre Vorbereitungen aufs Brett und konnten jeweils ihre daraus resultierenden sehr guten Stellungen zu vollen Zählern verwerten. Mara spielte aus der Eröffnung heraus sehr aggressiv, konnte früh eine Figur erobern und schließlich ebenfalls gewinnen. Niklas lieferte eine souveräne Vorstellung ab und gewann auch. So stand es zwischenzeitlich 4:0 für uns. Dennoch war noch einmal Zittern angesagt, da die restlichen Partien zu kippen begannen. Jonas behielt jedoch die Nerven, wehrte alle Gewinnversuche seines Gegners ab und verbuchte schließlich den vielumjubelten halben Punkt zum dritten 4,5:3,5-Erfolg in Folge.

Die Konkurrenz spielte auch noch für uns, so dass wir das Turnier auf einem sensationellen dritten Platz beendeten.

Vielen Dank an alle Beteiligten! Jede(r) Einzelne hat einen Teil zum Erfolg beigetragen. Die Stimmung und der Zusammenhalt untereinander waren hervorragend, so dass ich feststellen muss, dass wir wohl die inoffizielle Teamgeist-Wertung gewonnen haben werden. Die gemeinsamen Werwolf-Runden und „Die Crew“-Spiele haben ihr übriges dazu beigetragen.

Mara hat es auf den Punkt gebracht: „Wenn ich bei einem Turnier Spaß habe und es mir richtig gut geht, spiele ich viel besser, als wenn ich zu einem Turnier fahre, um nur Schach zu spielen.“

Unabhängig vom eigenen Ergebnis hat jede(r), wo er/sie auftauchte gute Stimmung verbreitet, bei Siegen hat man sich riesig zusammen gefreut, bei Niederlagen fiel kein böses Wort. Vorbildlich!

Zudem geht noch ein Dankeschön an das Team dafür, dass nicht gezögert wurde, nach der Beendigung des Turniers beim Aufräumen der Spielsäle zu helfen. Auch hier muss ich sagen: vorbildlich!

Ein besonderes Dankeschön geht insbesondere an Tabea, Jasmin und Andi B. für die Organisation im Vorfeld.

…und noch ein Dankeschön an die „Mutter“ des badischen DLM-Projekts, Dr. Andrea Lohrmann! Wir führen dein Projekt so weiter, wie du es uns beigebracht hast. Ohne dich hätte es das Team in dieser Form nicht gegeben!

Ebenso bedanken möchte ich mich beim Ausrichterteam und allen Helfern der DSJ, die uns diese Meisterschaft ermöglicht haben, für ihre hervorragende Arbeit.

 

 

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